Schon früh in meinem Leben habe ich nicht nur einfach drauf los geschrieben,  sondern mir sogar Gedanken dabei gemacht!

 Hier wage ich es, einige dieser Gedanken zum Besten zu geben! Sehr melancholische allerdings, und sehr tiefsinnig.

Wird fortgesetzt!


Der Storch


Horch, horch, horch!

Der Storch
klopft leise an die Tür -
will  er gar zu dir?

Doch sei bedacht und
gib wohl acht!

Nicht jede, die der Storch besucht,
hat sich ihn selbst ausgesucht...

Die Moral von dem Gedicht:

Trau' nicht jedem Storche nicht!

(1974)

Der Pfau

Seine Pracht stellt er zur Schau,
der Pfau.

Trotz aller Pracht,
dem Betrachter sei bedacht:

Es ist nicht alles Pfau, was glänzt!

Und wenn du denkst,

was Außen und auch Innen
sei auch drinnen,
so denke an die DichterInnen,
mahnend:
außen hui und innen pfui!

Die Moral von dem Gedicht:

Schau, trau wem -
aber einem Pfaue nicht!

(1970)
Loslassen

Loslassen kann man nur, wenn man sich zuvor festgehalten hat.

Festhalten kann man sich an allem, was sich anfassen lässt.

Anfassen lässt sich nur das, was sich auch anfassen lassen will..

"Wollen" kommt von "Wille";
was keinen Willen hat, lässt sich nicht anfassen,
von wem oder was auch immer.

Was oder wer auch immer mich anfassen will,
braucht den eigenen und meinen Willen dazu.
Hat es, er, sie keinen Willen,
brauche ich mich nicht anfassen zu lassen,
wenn ich nicht will:
weder mental noch körperlich.

Habe ich angefasst? Wurde ich angefasst?
Fassungslos, willenlos?

Habe ich (mich) festgehalten, wurde ich gehalten?
Habe ich es gewollt? Wollte etwas mich?

Etwas
will mich, wollte mich
nicht loslassen

Ich wollte, will etwas nicht loslassen

Ich will mich
nicht mehr festhalten,
anfassen lassen;
ob körperlich oder mental

Lass mich los
mein Du, mein Ich!

(1987)
Herbst

Es ist Herbst

Es ist kalt

Es regnet Nacht

Es ist schön!

Musik rieselt durchs Zimmer,
Tropfen klopfen
an meine Fenster;
es regnet draußen
und auch drinnen:
Mein Herz wird schwer.

Die Träume sind sind süß
und lockend:
Mir wird warm
ums Herz, das träumt
von Jugernd und Alter.

Der Schrei der Einsamkeit
zerreisst
alle Wärme!

Es regnet im Herbst
nachts und tags
und es ist kalt
im Herzen

(Okt. 1982)



sonne

es gab sich dir in die hand
eine kraft todlos
die alles licht zu sich nahm

um sie gruppierten sich formen
und formlose leerformen
vermischten sich
und strebten dir zu
mit dem licht das lebensvoll
lachen an sie dein leuchten

sonne

(1981)
fremd

in den wipfeln der eichen
seh ich dein gesicht
durch nebelwände blickt es mich an

deine augen
liegen versteckt hinter lügen
gitterstäbe zwischen uns beiden
wir sind fremde

wärst du wie ich
wär ich wie du
hauchte uns dann
nicht ein gleicher wind

unsre blicke streben
ins unendliche

(1982)
Menschlich?

Ein Wort, ein Ziel.
Ein Wunsch?

Durchlebend den irdischen Tod,
schwebend in jenseitigen Sphären,
gekettet an Ätherflüge
und nebelgewundene Pfade.

Was solls?,
Homunkulus den Android wird fragen -
ist Freundschaft nur ein Wort?
Ein Ziel, ein Wunsch?

Durchlebend die Träume,
die den Tod
zu lebendigen Metaphern gestalten,
gebettet in Sarkophage der Laetitia.

Lass leben,
lebe den Traum,
lebt euch selbst,
lebt andere!

Wie? der Android
Homunkulus wird fragen -

Try to be a human!

(Nov. 1980)
Wissen, Glaube?

Ich weiß
dass ich nicht weiß
was viele zu wissen glauben

Ich weiß
dass ich weiß
dass viele glauben
ohne zu wissen

Ich glaube zu wissen
dass Wissen der Glaube ist
Kenntnis vom Glauben zu haben

Glaube aber heisst
nicht wissen

Weiß ich aber
was Glaube ist?

(1978)


Zwiespältigkeit eines Zwillings; ver(w)irrt in der Trauer einer zerbrochenen Liebe.
Geträumt auf der Getränkekarte des Bistros "Cule" in Mannheim, 19.11.1974